Zell a.Main

Panoramaansicht (Zell a.Main, Fränkisches Weinland)

Die Geschichte von Zell a. Main, 5 km von Würzburg entfernt, beginnt keineswegs mit der Gründung des weithin sichtbaren Oberzeller Klosters im Jahre 1128. Denn als sich die Prämonstratenser in Oberzell niederließen, gab es in der Nähe einer Mühle bereits eine Besiedlung auf Zeller Markung.

Nach 1221 errichteten die Prämonstratenser für die Frauen mainabwärts der Mühle ein eigenes Kloster, das Kloster Unterzell. Dieses wurde 1803 säkularisiert und an private Nutzer verkauft. Nachdem dort um Reb Mendel Rosenbaum (1783-1868) eine jüdische Gemeinde entstanden war, erhielt der Propstei- und Wirtschaftshof im Volksmund den Namen Judenhof. Die historische Laubhütte der Familie Rosenbaum wurde von der Marktgemeinde im Jahr 2018 zum Informationspunkt für Geschichte und Kultur der Juden in Unterfranken gemacht. Im ehemaligen Konventhof der Nonnen, dem heutigen Klosterhof, entstanden Wohnungen. Der ehemalige Kapitelsaal der Unterzeller Nonnen ist ein bedeutendes historisches Kulturdenkmal mit originalem Stuck aus der Echterzeit und sehenswerten Wandmalereien aus dem 17. Jahrhundert. Sowohl die Laubhütte wie der Kapitelsaal sind für die Öffentlichkeit zugänglich.

Der Zeller Altort ist durch eine Reihe großer Wohn- und Geschäftshäuser geprägt, die vor allem in der ersten Hälfte des 18. Jahrhundert von ortsansässigen Weinhändlern errichtet wurden, als Zell ein wichtiger Handelsplatz für Wein geworden war. In einem der ehemaligen Weinhändlerhäuser befindet sich heute das Gasthaus Rose mit Tagungsraum, Biergarten und Hotelzimmern sowie der gemeindliche Kulturkeller mit einer Kleinkunstbühne. Unweit der Rose steht das spätbarocke Weinhändlerschloss der Familie Wiesen. Es entstand 1744 unter dem architektonischen Einfluss des bedeutenden Würzburger Baumeisters Balthasar Neumann (1667-1753).

Nicht zuletzt der unerschöpfliche Wasserreichtum seiner Quellen, machte die Marktgemeinde zu einem idealen Standort für die Klöster, den Handel und die Industrie. Der öffentlich zugängliche Bürgerbräustollen gibt Einblick in die Geologie des Wasserschutzgebiets. In der historischen Brunnenstube im Gasthaus Rose informiert das kleine Wassermuseum über die Zeller Ortsgeschichte, und das hoch gelegene Zeller Trinkwasserschutzgebiet lädt zu erholsamen Spaziergängen mit schönen Blicken ins Maintal ein. 

Impressionen
Header-Bild © Marktgemeinde Zell a.Main

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