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Datum:    22.01.17 - 23.04.17
Zeit:    10:00 bis 17:00 Uhr

Heute wird Johann Georg von Dillis vor allem wegen seiner Rolle in der Entwicklung der Freilichtmalerei und der „realistischen Landschaftskunst“ geschätzt. Er war ein Mittler zwischen der Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts, erlebte eine Epoche gesellschaftlicher und künstlerischer Umbrüche mit. Von englischer, französischer und deutscher Kunst beeinflusst, arbeitete er in enger Verbundenheit mit der Natur, lehnte das Idealisierte und Schematische weitgehend ab und betonte die Individualität jedes einzelnen Motivs. Zuweilen lassen die malerische Leichtigkeit seiner Ölskizzen und Zeichnungen und sein Dokumentieren von Augenblickszuständen an den deutlich späteren Impressionismus denken.

Zu Lebzeiten galt Dillis zugleich als einer der gelehrtesten Maler seiner Epoche und als größter Kunstkenner in Bayern. Der Sohn eines oberbayerischen Revierförsters war ein Kind der Aufklärung. Er studierte Philosophie und Theologie, war humanistisch gebildet und vielseitig interessiert. Er bereiste Europa und stieg unter den bayerischen Kurfürsten und Königen, insbesondere unter Ludwig I. zum einflussreichen Staatsbeamten, Galeriedirektor, Kunstpfleger und Museumsplaner auf.

Seine vielseitigen offiziellen Aufgabenbereiche machten ihm in seinem Künstlerdasein immer wieder zu schaffen, doch sie ermöglichten ihm erst eine außerordentlich große Freiheit und Unabhängigkeit von Auftragsarbeiten, Publikumswünschen, Akademietradition und Kunstkritik. Vor allem seine privaten Zeichnungen aus dem Umkreis der Familie, aus München und der Münchner Umgebung sowie von seinen zahlreichen Reisen – er bereiste allein elfmal Italien – überraschen noch heute durch ihren feinen Realismus, durch das fühlbare Naturverständnis, das Gespür für den Moment und die Atmosphäre und durch die Modernität des in ihnen gezeigten Menschenbildes. Selten findet man in Werken dieser Zeit eine solch unkonventionelle Freiheit des Ausdrucks und der Darstellungsweise.

Der Sammler Georg Schäfer gehörte im 20. Jahrhundert zu den Wiederentdeckern Johann Georg von Dillis. Er erwarb neben Gemälden auch über 100 Arbeiten auf Papier, die fast das gesamte Schaffensspektrum des Künstlers abbilden.

Foto Schweinfurt MGS/ TI SW 360°


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